When the rooster crows at the break of dawn,
look out your window and …   I’ll be gone!“
(Bob Dylan, 1962)

 

SCHMIDMÜHLEN. „The Rooster Crows – Der Gockel kräht!“ – ein Weckruf für alle Fans handgemachter Musik ist wahrlich nicht mehr zwingend nötig, wenn „The Rooster Crows“ die Bühne betritt. Nicht zum ersten und hoffentlich nicht zum letzten Mal gaben die Musiker ein Stelldichein in Schmidmühlen. Seit über einem Jahrzehnt gibt es diese Musiknacht im Hammerschloss, die man eigentlich schon eine Kultnacht nennen kann. Nachdem es im letzten Jahr terminlich nicht geklappt hat, machten heuer die „Rooster Crows“ den Auftakt im neuen Jahr – quasi ein verspätetes Neujahrskonzert-  gelungen nicht nur für die Sportschützen als Organisatoren, sondern auch für den Markt Schmidmühlen.

 

Einmal im Jahr lockt eben dieses etwas andere Konzert viele begeisterungsfähige Musikfans „von überall her“ nach Schmidmühlen. Es ist eine feste, ja fast schon eingeschworene Musikgemeinde, die sich einmal im Jahr im Hammerschloss zu einem Konzert trifft. Kultcharakter hat dieses Konzert allemal, da – kaum ist das Konzert zu Ende – schon die ersten Kartenvorbestellungen kundgetan werden, und dies, obwohl noch gar nicht feststeht: Ob, wann und wie das nächste Konzert stattfindet. So war es auch heuer wieder. Seit nunmehr einem Jahrzehnt machen die Sportschützen nicht nur als erfolgreiche Schützen auf sich aufmerksam, sondern einmal im Jahr zeigen sie sich auch von einer anderen Seite und laden zu dieser Musiknacht in das Hammerschloss ein. Initiiert wurde und organisiert wird diese Musiknacht von Erwin Koller, Sportleiter der Sportschützen. The Rooster Crows ist eine Band mit altgedienten Musikern der lokalen Regensburger Musik-Szene. Auf der Bühne dominiert neben Banjo, Dobro, Mandoline, Kontrabass und Akkordeon vor allem der mehrstimmige Gesang, an dem sich alle beteiligen. Die Multiinstrumentalisten haben sich darauf spezialisiert, Juwelen der Musikgeschichte – von Mississippi John Hurt über Manfred Mann, Bob Dylan, Lowell George bis Bruce Springsteen – auf unvergleichliche Art neu zu inszenieren. Und ihr Fundus ist riesig.

Hans Deml (voc, guit, mand, bass) und Heiner Winkeler (guit, dobro, voc) spielen schon seit über 25 Jahren zusammen und haben in mehreren Bands (u.a. „Chesty Morgan“, „BULs Brothers“, „Natural Blues“, „Chillin“, „Mrs. Luce“) miteinander auf der Bühne gestanden. Zu den beiden Oberpfälzern gesellt sich mit Werner „Doc“ Schneider (voc, guit, mand, bass) ein waschechter Niederbayer der vor allem als Mitglied der „Sunny Bottom Boys“ bekannt sein dürfte. Vierter im Bunde ist mit Stefan Schindlbeck (banjo, mand, bass, harp, voc) ein Multi-Instrumentalist und ebenfalls ein Freund der Old-Time-Music, der er auch bei „Uncle Sally“ oder den „Country Dudes“ frönt. Schließlich rundet mit Martin Höllriegl (piano, acc, voc) ebenfalls ein alter Weggefährte den Sound der Band nicht nur ab, sondern drückt ihr seinen Stempel auf.

 

Handgemachter Blues

Sie sind auch bei diesem Konzert ihrem eingeschlagenen Weg, ihrem Sound, den sie für sich gefunden haben, treu geblieben: Mit ihren verschiedenen Saiteninstrumenten bringen die Musiker eine klangliche Vielfalt auf die Bühne. Auf eine rhythmische Begleitung haben die Musiker bewusst verzichtet. Vorbild für ihren Sound war der Ursprungssound von Johnny Cash mit seiner Band „Tennessee Two“. Der Name der Band ist übrigens dem Bob-Dylan-Song „Don’t Think Twice, It’s Alright“ entlehnt. Am Namen ist aber auch durchaus der Stil der Band erkennbar, der geprägt wird von Songs von Bob Dylan, Crosby, Stills & Nash, Neil Young, Bruce Springsteen, Elvis Presley, aber auch von den Beatles oder Simon & Garfunkel.

Zu Recht war auch heuer wieder die Nachfrage groß, die Karten rasch vergriffen, die Nachfrage darüber hinaus noch groß, denn The Rooster Crows versprachen ein hervorragendes Musikprogramm und sie hielten – wieder einmal – ihr Versprechen.

The Rooster Crows bot authentisch dargebotenen, handgemachten Blues. Es war ein echtes Konzert, bei dem sich die Zuhörer auf das Wesentliche – die Musik – konzentrieren konnten, nicht abgelenkt wurden vom Gläsergeklapper oder dem oft lästigen „Background – Gemurmel“. Die Musiker nahmen diese Stille und Aufmerksamkeit der Zuhörer dankbar auf und führten diese durch eine musikalische Zeitreise. Die fünf Musiker überzeugten zu jeder Zeit und boten den Zuhörern eine tolle Musiknacht.  (ajp)

 

 

 

Fotos ajp:  The Rooster Crows v.links nach rechts: Stefan Schindlbeck, Werner Schneider, Hans Deml, Heiner Winkeler

 

 

Der Fünfte im Bunde: Martin Höllriegl

 

 

The Rooster crows – die nächsten Termine

Sa. 15.04. 20.00 Uhr, Regenstauf, Cooltourbühne

Sa. 25.07.19.00 Uhr, Schmidmühlen, Golfplatz, „Kuno für KUNO“
Sa. 26.09. 20.00 Uhr, Falkenstein, Blues-Stadl

Fr. 23.10. 20.00 Uhr Wiesent, Sommerkeller (ajp)

Kult – Musiknacht im Hammerschloss 2019